Im großen Konzert des Baubooms führt die Zukunft des Isolierers leider ein Schattendasein. Hinlänglich bekannt ist die Tätigkeit des Maurers, Betonbauers, Zimmermanns, Tischlers oder Rohrlegers. Aber worin liegen die Aufgaben des Isolierers? Er sichert jedem Betreiber eines Bauwerkes, ob Einfamilienhaus oder Wolkenkratzer, Fabrik oder Kühlhalle, eine langfristige Sparbüchse. Alle Energien, egal wie sie erzeugt werden, hält der Isolierer fest, durch eine ausgeklügelte, sinnvolle Dämmung.

Der Isolierer ist ein Lehrberuf mit dreijähriger Ausbildung, genau wie der Maurer-, Rohrleger- oder Tischlerberuf. Doch während die Kunst jener am Bau beteiligter Gewerke nicht zu übersehen ist, steckt die Leistung des Isolierers im Verborgenen. In den Kellern, Schächten, Zentralen sind seine Arbeiten versteckt, die jedoch kein Nutzer eines Gebäudes zu Gesicht bekommt wäre Christo nicht mit Objekten wie dem Reichstag beschäftigt, er wäre sicherlich Isolierer geworden. Denn auch der Isolierer hüllt und verkleidet alles.

So sind beispielsweise in den Kellergängen und Heizzentralen oft viele hundert Meter Verteilungsleitungen, Ventile und Behälter eingebaut, die nie den letzten Heizkörper im zehnten Obergeschoss erwärmen würden, wenn nicht die Energie in diesen Räumen sinnvoll gedämmt würde. Auch die Rohre, durch die die großen Heizkraftwerke Wärme an die Haushalte liefern, können unter- oder oberirdisch verlegt oft bis zu 90 Kilometer lang sein und trotzdem keinen nennenswerten Wärmeverlust aufweisen. Wird jedoch nicht gedämmt, kommt die Wärme lediglich dem Keller zugute. Aber schließlich sollen Geschäftsräume und Wohnungen in den Genuss der Wärme kommen.

Wärmedämmung verlangt ingenieurtechnisches Know how und sollte generell von Fachleuten ausgeführt werden, die sich mit der Problematik der zu verwendenden Materialien intensiv befassen. Leider kommt es häufig vor, dass größere Anlagen von Laien mit irgendwelchen Materialien aus dem Hobbymarkt ausgeführt werden, die das Rohr mit Isolierungen   "würgen". Schließlich wagt es der Isolierer auch nicht, ein Fenster zu bauen oder einen Balkon einzuschalen. Kein anderes Gewerk ist in der Lage, Energieeinsparungen mit günstigeren Mitteln zu erzielen, als der Isolierer mit seiner Dämmung. Damit leistet er auch einen Beitrag zum Umweltschutz, da sich die Emissionswerte merklich verringern. Nicht eingesetzte Energieeinsparung ist andererseits am Gas-, beziehungsweise Ölzähler ablesbar. Und wenn sich auch jene, die Wohlbehagen in den Wohnungen und Büros genießen, keine Gedanken darüber machen, was im Hintergrund alles nötig ist, um dieses Klima zu erreichen, so kann der Isolierer trotzdem Stolz auf sein Werk sein. Ganz sicher hat er den Bauherren für die folgenden Jahre sehr viel Geld gespart und zugleich der Umwelt genutzt.